Priesterlich (3/2003)

Leo Karrer
Sehnsucht nach dem Priesterlichen?

Der gesellschaftliche Megatrend Spiritualität lässt neu danach fragen, wie die Dimension des Priesterlichen im Christentum zu platzieren sei. In der Diesseitsverlorenheit heutiger Menschen braucht es jedenfalls Brückenbauer.

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Forum I
Hat Priesterliches im Christentum Platz?
Fünf theologische Stellungnahmen


Stellung und Deutung des Priesterlichen bzw. der Priester sind in christlicher Theologie umstritten. Die folgenden Statements von Theologen und Theologinnen zeigen die Unterschiedlichkeit der Zugänge wie auch das gemeinsame Anliegen, sich gerade in Verständnis und Gestaltung des Priestertum an Christus auszurichten.

Karl-Heinz Ohlig
Priester und Priestertum in der Religionsgeschichte

Priestertum ist mitnichten eine Konstante der Religionsgeschichte. Gerade in den Weltreligionen zeigen sich auch priesterlose Ansätze. Sie können als erste Schritte in eine universal-religiöse Epoche gedeutet werden, in der die Verbindung zum Göttlichen nicht mehr an Priester delegiert wird.

Peter F. Schmid
Gottesvermittler
Das Bedürfnis nach »dem Priester« als Herausforderung an die Seelsorge

Priester genießen seit alters her als Mittelspersonen zwischen Himmel und Erde eine herausragende Stellung. Warum fällt es uns 2000 Jahre, nachdem in Jesus Christus dieses Priestertum allen Christen zugesprochen wurde, noch immer so schwer, auf das zu verzichten, was wir den Gottesvermittlern zuschreiben?

Marie-Louise Gubler
Der Hebräerbrief –eine Mahnrede

Im Hebräerbrief dient die Symbolik von Tempel, Kult und Priester zur Ermutigung im Blick auf die endgültigen Heilstaten Jesu Christi.

Forum II
Priesterliche Erfahrungen
Drei Berichte aus der Praxis

»Wo erleben Sie sich in Ihrer Praxis als Priester/Priesterin? Wo und wie wird an Sie das Bedürfnis nach Priesterlichem herangetragen?« Von diesen Frage aus-gehend bat um konkrete Erfahrungsberichte. Barbara Schubert, Ärztin in der Hospizarbeit, Frank Richter, Priesster in der Diözese Dresden und Johanna Uljas-Lutz, evangelische Pfarrerin, erzählen im Folgenden von priesterlichen Erfahrungen und den Versuchen, sie zu deuten.

Franz Weber
Geschenkt und vielgestaltig wie das Leben
Für eine Entklerikalisierung der Berufungspastoral

Von der Berufung aller wird zwar geredet, doch pastorale Bemühungen um geistliche Berufe haben immer noch vor allem die »besondere« Berufung zum Priesteramt und Ordensleben im Auge. Angezeigt ist ein Blickwechsel auf die Fülle der geschenkten Charismen.

Rainer Bucher / Bernhard Körner
Priestertum und Anerkennung
Thesen zur Priesterausbildung

Die Situation des Priesteramts kennzeichnet u.a. ein vielschichtiges Zueinander von Macht und Ohnmacht. Priester dafür kompetent zu machen, sich in diesem Feld konstruktiv zu verorten, ist Aufgabe zeitgemäßer Ausbildung.

Franz Kardinal König
Auf das offene Meer hinaus
Erinnerung an Papst Johannes XXIII.

Angelo Guiseppe Roncalli (1881-1963) war ein unprogrammatischer Mann und doch verdankt ihm die Kirche das Programm des Zweiten Vatikani-schen Konzils: Der Wiener Alterzbischof erinnert an diesen großen Papst und an die Zeit einer ermutigenden Vitalität der Kirche, die er ermöglicht hat.

Hans Joachim Meyer
Ein Zeichen der Ermutigung
Ökumenischer Kirchentag Berlin 2003

Auch wenn sich manche Hoffnung aus der Zeit der Vorbereitung nicht erfüllt hat, zeichnet sich in Berlin ein positiver Gegenakzent zur oft beobachtbaren ökumenischen Resignation ab. Ein Bekenntnis zur Kunst des Möglichen.

Franz Troyer
Mit Gottes Wort ins neue Jahrtausend
Bericht aus der Pfarre St.Pirmin in Innsbruck

Mit einer Nonstop-Lesung der gesamten Bibel begann eine Tiroler Pfarre das Jahr 2001. Weitere Projekte entstanden daraus. Im heurigen Jahr der Bibel könnten die positiven Erfahrungen dieser Gemeinde zu ähnlichen Versuchen anregen. ganze Bibel sollte vom 1. bis 6. Jänner 2001 in einem Stück gemeinsam gelesen werden.