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Demenz

Alexis Fritz
Auf die Perspektive kommt es an!
Fünf Blicke auf das Ereignis »Demenz«

So wie alle anderen Menschen wollen Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen sich in guten Beziehungen aufgehoben wissen. Dieses Bedürfnis gerät bei einer ausschließlich medizinischen Betrachtung der Demenz aus dem Blick.
> Volltext

Alois Reinhard-Hitz
Theologisch-spiritueller Aspekt der Demenzerkrankung
Die Angst vor der Demenzerkrankung und der Umgang mit dieser Angst

Welche Ängste demenzkranke Menschen plagen, wissen wir nicht genau, wir können es vielleicht erahnen. Eigene Ängste gegenüber der Demenzerkrankung kennen wir. Eine dieser Ängste besteht in der Befürchtung, meine eigene Mutter könnte mich – und vielleicht auch sich selbst – nicht mehr kennen; oder ich könnte meine engsten Angehörigen einmal nicht mehr kennen; ich könnte mit dem Verlust meiner Selbständigkeit für alle zur Last werden.
Diese Angst kann nicht »bewältigt« oder gar »besiegt« werden, indem wir zu Demenzkranken auf Distanz gehen.
In der Nähe zu Demenzkranken haben wir die Chance, mit unserer Angst »produktiv« umzugehen.

Andreas Kruse
Demenz – Medizinisch-psychologische Fragestellungen

Der Beitrag gibt einen Überblick über die verschiedenen Formen und Symptome der Demenz. In einem weiteren Schritt untersucht er die Veränderungen des Selbst bei demenzkranken Menschen, wobei deutlich wird, dass auch bei einer fortgeschrittenen Demenz »Reste« des Selbst bestehen, deren Aktivierung mit einer Zunahme des Wohlbefindens – als einer zentralen Dimension von Lebensqualität – verbunden ist. Abschließend wird auf die Lebensqualität als ein Leitkonstrukt der Arbeit mit demenzkranken Menschen eingegangen.

Franz Fink
Das Pflegeheim – ein guter Ort zum Leben

Ein guter Ort zum Leben ist ein Pflegeheim, das ein Teil des Gemeinwesens ist, das die Ressourcen aller betroffenen Menschen und des Gemeinwesens sucht, fördert und einbezieht sowie das berufliche System der Hilfe und Unterstützung mit dem nicht beruflichen System der Angehörigen, der Nachbarn, Freunde und ehrenamtlich/freiwillig Tätigen zu einer gleichberechtigten Zusammenarbeit verbindet.

Gudrun Schaade
Begleitung von demenziell erkrankten Menschen während der Diagnosephase

Die frühe Diagnose einer demenziellen Erkrankung ist erst in den letzten zehn Jahren relevant geworden. Menschen, die in einem frühen Stadium einer Demenz die Diagnose erhalten, haben noch viele Fähigkeiten und ein Recht, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.
Sie dürfen nicht ausgegrenzt, sondern müssen unterstützt werden.
Sie brauchen keine Ratschläge, sondern Hilfestellungen, die ihren Lebensmut stärken. Sie brauchen Verständnis von ihrem Umfeld.

Gisela Hohendorn
Zehn Jahre mit Alzheimer-Tantchen

Dieser Beitrag eröffnet einen ungeschminkten Einblick in den Alltag einer pflegenden Angehörigen. Er zeigt die harten und hilflosen, aber auch die überraschend lustigen Momente in zehn gemeinsamen Jahren mit der an Alzheimer erkrankten Tante.

Walter Schaupp
Würde, Autonomie und Identität
Philosophisch-ethische Aspekte der Demenzerkrankung

Die Verantwortung der Gesellschaft im Hinblick auf Demenzerkrankungen erfordert auch eine kritische Reflexion der gegenwärtigen Leitvorstellungen gelungenen menschlichen Lebens.

Christa Nickels
Quo Vadis, Ecclesia Catholica?

Vor 50 Jahren, am 11. Oktober 1962, begann das Zweite Vatikanische Konzil, verbunden mit großen Hoffnungen der katholischen Christen auf eine grundlegende Erneuerung ihrer Kirche.
Heute sind viele dieser Hoffnungen am Beharrungsvermögen des strukturkonservativen Klerikalismus in unserer Kirche zerschellt. Immer mehr Katholiken geraten in Gewissensnot und suchen nach Möglichkeiten des Aufbruchs im Zementierten.

Matthias Sellmann
Zwei Passwörter: DV 2 und GS 44

Wer als Theologe nach dem Passwort sucht, das nicht nur die eigene Gottessuche aufschließt, sondern gleichzeitig auch einen sehr frischen Zugang zur Gegenwartskultur eröffnet, dem seien zwei Konzilstexte wärmstens empfohlen: Dei Verbum 2 und Gaudium et spes 44.

Franz Josef Zeßner
»Ja, ich will euch tragen bis zum Alter hin …«

»… und ihr sollt einst sagen, dass ich gnädig bin.«1 Können alte Menschen, die an Demenz leiden, in unseren Gottesdiensten erfahren, dass wahr ist, was Jochen Klepper in seinem Silvesterlied Gott sagen lässt? Ist es möglich, Gottesdienste so zu gestalten, dass diese Menschen, die sich oft so verloren fühlen, Geborgenheit erfahren?
Liturgie ist ihrem Wesen nach Erinnerung an Gottes Zuwendung zum Menschen, memoria passionis et resurrectionis Jesu Christi.

Günter Tomberg
Das Don Bosco-Haus in Konstanz am Bodensee
Wohnen, Betreuung und Beratung für Menschen mit Demenz

Menschen unterschiedlichen Lebensalters mit Einschränkungen aufgrund von Demenz oder Behinderung erhalten im Haus Don Bosco der Caritas Konstanz einen Lebensort, an dem sie mit größtmöglicher »Normalität« ein Zuhause finden. Gegenüber traditionellen Pflegeheimen setzt Don Bosco auf einen grundlegenden Perspektivwechsel: Nicht Organisationsabläufe und Pflege stehen im Mittelpunkt, sondern die Menschen mit ihrem Alltag und ihren Bedürfnissen.

Alois Metz
Liturgie möchte erlebt werden

In den katholischen Gemeinden der Stadt Luzern wird nach neuen Formen gesucht, wie heute gemeinsam Liturgie gefeiert werden kann.
Dabei geht es den Seelsorgern nicht darum, vollkommen Neues zu erfinden, sondern darum, im liturgischen Feiern Gottes Gegenwart in unserem alltäglichen Leben erfahrbar zu machen.